Foto Entwicklung und Verwaltung

Jeder der viel Fotografiert und dementsprechend viele Bilddateien auf seinem Rechner verwalten muss, wird sich irgendwann gefragt haben wie diese Aufgabe am besten gelöst werden kann. Da gibt es ja einige verschiedene Möglichkeiten. Wenn es sich um eine überschaubare Sammlung dreht, reicht vielleicht eine einfache kostenlose Anwendung. Doch wer eine Masse an Foto’s sein eigen nennt und nach jeder Fotosession werden es bekanntlich nicht weniger, der braucht auch ein gutes Tool um diese Bilder zu Entwickeln, Verwalten und zu Beschriften. Manche Foto’s sind ja schon einfach so sehr gut, so wie sie aus der Kamera kommen, die meisten aber nicht. Meist will man die Belichtung und die Tonwerte etwas nachjustieren, dazu noch schärfen und am besten die ganzen Änderungen auch wieder Rückgängig machen können, auch Tage und Jahre später! Bilder beschneiden ohne etwas zu verlieren, wer sagt das ich ein Jahr später nicht einen andern Bildausschnitt und eine ander Farbstimmung wählen will?

Ich gebe zu am Anfang habe ich auch „nur“ in JPG Fotografiert. Mir war das Entwickeln lästig. Jetzt bin ich soweit das ich Raw und JPG aufnehme. Wie oben erwähnt lasse ich einige Aufnahmen so wie sie aus der Kamera kommen, bei den meisten aber wird die Beleuchtung und der Tonwert leicht eingestellt. Es erstaunt mich dabei immer wieder was noch aus einer Raw in dunklen wie hellen Bereichen herauszuholen ist. Ein Bild im Raw Format kann an meiner D7000 in 12 oder 14 Bit gespeichert werden ein JPG nur in 8 Bit, das bedeutet auf deutsch, es wird bei Raw einfach viel mehr Information pro Bildpunkt gespeichert.

Ich habe Jahrelang die Software ACDsee Pro benutzt um meine Bilder zu Katalogisieren. Das war mir immer genug. Der Belichtungs Equalizer ist echt sehr gut gelungen. Die Struktur der Bilder ist die gleiche wie auf der Festplatte, es werden die Bild Informationen nicht erst in eine Datenbank eingelesen. Das macht das ganze enorm Performant, das Entwickeln macht wirklich Laune damit. Ein weiterer Vorteil ist das Bilddateien wie im Explorer per Drag & Drop direkt in andere Fenster gezogen werden könenn und vom Explorer direkt nach ACDSee.
Allerdings seit ich mit der D7000 gleichzeitig Raw und JPG aufnehmen kann und ich mich auf das Nachbearbeiten eingelassen habe, kommt ein großer Haken in die Sache. In ACDSee Entwickelte Raw Bilder werden z.B. In Photoshop nicht als Entwickelt erkannt, man bekommt das unentwickelte Raw Präsentiert. Da treffen zwei Welten aufeinander. Es ist kein Problem wenn die Bilder nicht Pixelgenau nachgearbeitet werden sollen. Aber was ist wenn man doch mal etwas nacharbeiten muss? Nochmal in Photoshop alles neu Entwickeln? Oder die Veränderung nur an einem vorher, vom Entwickelten Raw Konvertierten JPG, vornehmen? Entscheidet man sich für die JPG Variante und will später noch etwas am Licht Verändern dann geht das nur noch am JPG, denn sonst sind die Photoshop Aktionen ja weg wenn man neu vom Raw Konvertiert. Ein Dilemma, darüber können die Bearbeitungsfunktionen von ACDSee nur schwer hinweghelfen, irgendwie nicht so gut gelungen. Aber wie gesagt, ich habe ACDSee schon viele Jahre laufen und einen mächtigen Katalog aufgebaut mit vielen Stichwörtern Tags und Beschriftungen. Bei einem Systemwechsel müsste das irgendwie übertragen werden. Gerade das Übertragen ist nicht so einfach, die beste Lösung ist die Informationen in die Bilder zu Implementieren, das geht! Allerdings wenn man wie ich immer brav Backups (mit einer einfachen Sync Software) von seinen Bildern macht, würden dann ja alle Bilder in den Backups ausgetauscht werden weil diese ja verändert wurden, nicht nur der Katalog. Das wären nicht nur Stunden sondern wahrscheinlich Tage, bis das fertig wäre. Dann will ich auch nicht wenn ich mal Bilder weitergebe das dort irgendwelche Dinge drinnstehen die niemanden etwas angehen. Diese Informationen müssten bei jedem Export gelöscht werden.

Das sind ja schöne Probleme die da auf mich warten. Da ich zum bearbeiten Photoshop verwende, habe ich mir kurzerhand Lightroom als Testversion heruntergeladen. Ich war sehr skeptisch, was der Bauer nicht kennt, das will er erst mal nicht. Die Bedienung war nicht so einfach zu erlernen wie bei ACDsee das sich an den Explorer mit seiner Baumstruktur anlehnt. Was mir aber sofort sehr gut gefallen hat, war das ich von meinem Fotoordner gleich die komplette Anzahl an Bildern angezeigt bekommen habe. Dazu die verwendeten Kameras und Objektive. Respekt. Lightroom arbeitet mit einer Datenbank und das einlesen kostet Zeit. Dafür kann man die JPG Dateien ausblenden und schwups arbeitet man nur noch mit den Raw Dateien, als wenn es kein JPG mehr gäbe. Will man seine Jpg, dann exportiert man eben in den gleichen Ordner oder sonstwohin. Muss mal etwas wegretuschiert werden sind die Entwicklungseinstellungen auch in Photoshop vorhanden, ein grandioser Vorteil gegenüber ASDSee. Kommen wir zum Entwickeln selbst, da ist mir ACDSee eigentlich lieber gewesen mit dem Equalizer, jetzt ein paar hundert Entwicklungen später klappt das auch mit Lightroom, aber eben anders. Bei ACDSee hat man mit einem Klick das Original ohne Veränderungen ansehen können, bei Lightroom kann man nur zurücksetzen, dann ist aber alles was man Entwickelt hat weg. Ja, Natürlich kann man bei Ligtroom Schnapschüsse der Entwicklungseinstellungen machen, das muss man dann aber auch machen um die Einstellungen zu vergleichen, der Vorteil ist der Nachteil und umgekehrt es ist umständlicher. In Lightroom ist die Stichwortfunktion geschmeidiger, es können einfach Verschiedene Fotosammlungen angelegt werden ohne das Dateien auf der Festplatte doppelt angelegt oder verschoben werden. Seit Ligtroom benutze ich auch die integrierte Importfunktion, die ist besser, von der Kamera direkt in den richtigen Ordner.

Zusammengefasst ist ACDSee nicht schlechter als Ligtroom, es kommt einem nicht so aufgeblasen und schneller vor. Es hat gute bis sehr gute Entwicklungswerkzeuge. Damit ist ACDSee eine gute Wahl wenn man nicht mit Photoshop in Raw nachbearbeiten will. Arbeitet man eigentlich nur mit JPG und will seine Foto’s nur aufpeppen, dann ist ACDSee sogar eine sehr gute Wahl.
Will man mit Raw entwickeln und auch Photoshop benutzen, sollte man sich für Lightroom entscheiden. Der Workflow ist dann einfach um einiges flüssiger. Wenn auch Lightroom mit der Datenbank nicht so schnell daher kommt wie ACDSee mit seiner Dateistruktur. Ist man an den Raw flow aber erstmal gewöhnt dann will man nichts mehr anderes. Seit ich meinen zweiten Bildschirm am Recher stehen habe ist mir noch aufgefallen das Lightroom mit dem zweiten besser umgeht. Da muss man nicht viel rumfummeln, die Bilder werden am zweiten ratzfatz groß angezeigt während man am ersten das Raster hat oder eben umgekehrt.

Es ist vielleicht herauszulesen, ich habe mich für Lightroom entschieden. Und was ist jetzt mit dem Katalog und den Beschriftungen aus ACDSee? Ich werde es so machen das ich Stück für Stück in Lightroom einpflege, manuell. Solange bis das abgeschlossen ist werden beide Systeme ihre Berechtigung bei mir auf dem Rechner haben. Es ist nicht nur ein einfaches übertragen, am Anfang meines Fotografen Hobby’s waren die Stichwörter und Beschriftungen auch manchmal nicht so schlüssig und sinnvoll, man wird besser mit den Jahren. Das soll nun auch gleich verbessert werden, dann ist durch den Aufwand wenigstens der Katalog besser. Sowas macht man zum Glück nicht alle Tage und ich habe mir den Entschluss wirklich nicht leichtgemacht.

Vielleicht hilft dieser Artikel ja noch irgendeinem bei seiner Entscheidung, welche Verwaltungs und Entwicklungssoftware die beste für ihn ist.

Euer LichtFreibeuter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.